Im Mittelpunkt: Die stillen Helden
SPD-Ortsverein Freudenstadt vergibt den Preis für soziales Bürgerengagement
Von Hannes Kuhnert
Freudenstadt. Es war der neuen Landrat Andreas Junt, der das Wort für Ehrenamtliche prägte: „Die stillen Helden“. Es traf den Punkt für die Preisträger des SPD-Bürgerpreises 2025: Für das Kinder- Jugend- und Familienhospiz und für Erika Gießler vom Stadtseniorenrat. Oberbürgermeister Adrian Sonder betonte die „hervorragende Art und Weise, in der sich die Preisträger verantwortlich fühlen, praktische Lebenshilfe, Zeit und Zuwendung schenken“.
Der SPD schreibt seit 2011 den mit 500 Euro dotieren Bürgerpreis aus, dessen Verleihung von Jahr zu Jahr größere Beachtung findet. So war auch dieses Mal der Schweizersaal im Stadthaus voll besetzt, als Ortsvorsitzender Sadik Varol zahlreiche Vertreter aus Kommunalpolitik und Gesellschaft begrüßte, unter ihnen die junge Bürgermeisterin aus Alpirsbach, Vanessa Schmid, an ihrem 19. Arbeitstag. Der angekündigte SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch hatte absagen müssen, das Land vertrat CDU-Abgeordnete Katrin Schindele aus Baiersbronn. Wiederholt erfuhr der SPD-Ortsverein Freudenstadt/Oberes Wolftal allen Respekt und hohe Anerkennung für das Ausschreiben des Preises. Dafür dankte auch SPD-Kreisvorsitzender Marius Thoy. Nicht weniger Lob fand der festliche Rahmen der Verleihung. Daran hatte das Musiker-Duo Julia Andrei (Klavier) und Kaoru Minamiguchi (Violine) von der Musik- und Kunstschule mit klassischen Musikstücken großen Anteil.
Bereits in seiner Begrüßung hatte Sadik Varol auf die politische Dimension des Ehrenamts verwiesen. Dies nahm SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken in ihrem Beitrag über die Bedeutung des Ehrenamts in Baden-Württemberg gern auf. Die Zivilgesellschaft brauche Respekt und Verantwortung, die Demokratie lebe vom Vertrauen in Menschen, die sie gestalten. Ehrenamtliche leisten für die Demokratie einen wertvollen Dienst. Ebenso wie Varol erteilte Esken den Rechtspopulisten eine klare Absage,
Die Ausgezeichneten seien „leuchtende Beispiele für Mitmenschlichkeit“, die oft still und abseits der Öffentlichkeit Verantwortung übernehmen“, hatte Adrian Sonder gesagt. Dies trifft für die Preisträger 2025 im besonderen Maß zu. So schilderte Diana Schmidt, Leiterin des Hospizdienstes in Trägerschaft der Malteser, eindrücklich den ehrenamtlichen Dienst dieser 30 wohl aus- und fortgebildeter Frauen und Männer an Kindern, Jugendlichen und Familien, die durch Krankheit oder andere Umstände in schwierigen Lebenssituationen geraten sind, Sterbe- und Trauerbegleitung eingeschlossen. Dies erfolge mit Wissen, Herz, Respekt, Klarheit und fachlicher Kompetenz. Diana Schmidt rief ihre sichtlich ergriffenen Zuhörer zum „Hinschauen“ auf, wenn Mitmenschen aus dem Gleichgewicht geraten.
„Waches Auge und waches Ohr“ bescheinigte Stadträtin Anita Zirz als Laudatorin mit großem Einfühlungsvermögen auch der zweiten Preisträgerin, Erika Gießler. In Ostpreußen geboren, habe sie sich 2012 mit ihrem Wechsel nach Freudenstadt als aktive Bürgerin in die Kommune eingearbeitet, leiste im Stadtseniorenrat wertvolle soziale Seniorenarbeit, erkenne Probleme, höre zu, verstehe, spreche, tröste, zeige Lösungswege auf und helfe „wie keine andere mit großer Geduld“.
Nach Übergabe der Bürgerpreise verblieb Eberhard Haug die Einladung zu einem Imbiss mit gern genutzter Gelegenheit zum geselligen Austausch.
Scheck und Urkunde für Bürgerengagement: Von links Eberhard Haug, Sadik Varol, Enkelin Stephanie Günther, Preisträgerin Erika Gießler, Sohn Andreas Gießler und Laudatorin Anita Zirz.
Bei der Preisübergabe von links: Eberhard Haug, Sadik Varol, Ariane Grässler, Elisabeth Tritschler, Wolfgang Kortus und Preisträgerin Diana Schmidt vom Hospizdienst.
Bürgeralle.
Alle (oder fast alle) Aktiven bei der Bürgerpreis-Verleihung der SPD Freudenstadt auf einem Bild. Von links Landrat Andreas Junt, Eberhard Haug, Bürgermeisterin Vanessa Schmid, Ariane Grässler, Elisabeth Tritschler und Diana Schmidt vom Hospizdienst, Preisträgerin Erika Gießler, Oberbürgermeister Adrian Sonder, Laudatorin Anita Zirz, SPD-Kreisvorsitzender Marius Thoy, die Abgeordneten Saskia Esken und Katrin Schindele, Pianistin Julia Andrei und SPD-Ortsvorsitzender Sadik Varol.
Foto: D. Schindel