Kreisverband belebt Arbeitsgemeinschaft SPD 60 plus wieder

Von Hannes Kuhnert

Kreis Freudenstadt. Der Kreisverband Freudenstadt der SPD hat wieder eine Arbeitsgemeinschaft „SPD 60  plus“. Sie wurde in Anwesenheit der Landesvorsitzenden Ute May im Hotel „Rappen“ in Baiersbronn wiederbelebt und neu gegründet. Den Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft übernimmt Gerald Wiech, ehemals Sozialpädagoge und Gartencenter-Leiter aus Obertal. Seine Stellvertreter sind Ingeborg Ziller aus Obertal und Burkhard Gräbe aus Dornstetten. Für Freitag, 20. Februar, ist schon ein erster Höhepunkt angesagt: Um 14.30 Uhr kommt Lothar Binding, Bundesvorsitzender der AG SPD 60 plus und langjähriger Finanzexperte in der SPD-Bundestagfraktion, in den Treff im Cafesito nach Dornstetten.

Das Wiederbeleben der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft fand überraschend starkes Interesse bei Senioren aus dem Kreisgebiet und darüber hinaus. Hans Lambacher aus Dornstetten-Aach hatte die AG viele Jahre umsichtig geleitet, sie hatte dann ihre Zusammenkünfte mangels Interesse eingestellt. Davon konnte jetzt keine Rede mehr sein. Theodor Ziegler als Orts- sowie Melanie Nagel und  Marius Thoy als Kreisvorsitzende hielten die Regularien der Neugründung erfreulich kurz und so begann schon eine erste Sammlung von möglichen Aufgaben und Zielen. Dabei leistet Landesvorsitzende Ute May mit ihrer Erfahrung  wertvolle Geburtshilfe.

 In Deutschland, so informierte sie, gäbe es rund 21 Millionen Bürgerinnen und Bürger über 60 Jahre, in der SPD seien rund 60 Prozent der Mitglieder über 60 Jahre alt. Die AG seien in der Partei und nach Außen ein starke Stimme, brächten sich mit Vorschlägen, Anträgen und Resolutionen in die Bundes- und Landespolitik ein ebenso wie in die lokale Politik, oft auch in Kooperation mit den Jusos. Ihre Themen gingen über die Begriffe Altersarmut, Gesundheit, Pflege und Rente weit hinaus, sie  mischten sich ein in Diskussionen über Frieden oder in gesellschaftspolitische Fragen. Die Landesvorsitzende regte  politische Aktionen vor Ort an, Vorträge, Besichtigungen, Einführung in die Künstliche Intelligenz (KI) und Digitalisierung, Ausflüge oder Kontaktpflege mit benachbarten AG.

Da die Landesvorsitzende kraft Amtes auch Mitglied des SPD-Landesvorstands ist, gaben ihr die Senioren aus dem Schwarzwald gleich ein dickes Paket an Hausaufgaben mit. Unter anderem wurde moniert, dass das Programm zum Umbauen von Bahn- und Bushaltestellen zu mehr Barrierefreiheit ins Stocken geraten sei.  Mit Nachdruck wurde gefordert, dass Land und Bund endlich die Krankenhäuser in ländlichen Regionen mit genügend finanziellen Mittel ausstatten, so dass diese ihre Aufgaben zur Grundversorgung einer alternden Gesellschaft gerecht werden könnten.

Gerald Wiech sah für die Arbeitsgemeinschaft die Aufgaben, eine starke Stimme der Senioren zu sein und das Vertrauen der Wähler wieder zu gewinnen. Dafür wolle er nach Mitstreitern suchen und habe bereits konkrete Vorstellungen. Er dankte seinem Vorgänger Hans Lambacher für den engagierten Einsatz.

Info:

Für Demokratie und Gerechtigkeit

Bundsweit gibt es über 30 AG SPD 60 plus. Sie stehen ein für Frieden, Demokratie und Gerechtigkeit. Sie  geben Impulse und Anregungen zu allen Themen, bei denen ihre Erfahrung und altersspezifische Lebenslagen von Bedeutung sind. „Daraus erwächst unser großes Interesse an Friedenspolitik, die stetige Forderung diplomatische Lösungen zu finden und unsere Arbeit gegen Rechtsextremismus und für Demokratie“. So  ein Grundsatz der AG SPD 60 plus wörtlich.

Foto:

Der Vorstand der neuen SPD-Arbeitsgemeinschaft. Erste Reihe von links: Burkhard Gräbe, Melanie Nagel und Landesvorsitzende  Ute May, dahinter von links Marius Thoy, Andreas Prinz, Gerald Wiech und Hans Lambacher.                    Foto: D.Schindel